Geschichte

NZ Reutlingen-Achalm e.V.

 

Geschichte der Achalm-Ritter

Reutlingen wurde mehrmals überfallen und angegriffen. Im Jahre 1247 wurde sie belagert.

Um das Jahr 1030 begann Graf Egino mit dem Bau einer Burg auf dem Gipfel der Achalm (706 m ü. NN.), die sein Bruder Rudolf fertigstellte. Von diesem Bauwerk, das im 15. Jahrhundert zu zerfallen begann und während des Dreißigjährigen Krieges vollends geschleift wurde, existieren heute nur noch rudimentäre Fundamente. Um 1650 wurde es abgerissen. Sehr viele Steine wurden als Baumaterial für Stadthäuser verwendet. 1822 ließ der württembergische König Wilhelm I. einen Bergfried als Aussichtsturm auf den Grundmauern des alten Turmes errichten, von dem man einen weiten Blick über die Stadt und den Rand der Schwäbischen Alb sowie das Albvorland hat. Bei Altenburg gab es eine weitere Burg, die Altenburg, die im Besitz des Grafen Werner von Achalm war. Diese wurde bereits um 1070 abgerissen.

Der Ort Reutlingen findet erstmals Erwähnung im Zusammenhang mit dem Bempflinger Vertrag, der auf die Jahre 1089/1090 datiert wird. Dieser mündlich geschlossene Erbvergleich zwischen den Achalmgrafen Kuno und Liutold und ihrem Neffen Graf Werner von Grüningen wurde erstmals von den beiden Mönchen Ortlieb und Berthold in der Zwiefalter Chronik um 1135 schriftlich dokumentiert. Danach soll als Zeuge der Vereinbarung ein „Ruodolfus de Rutelingin“ fungiert haben.

Vermutlich um 1180 erhielt Reutlingen von Kaiser Friedrich Barbarossa das Marktrecht. Zwischen 1220 und 1240 wurde es von dessen Nachfolger, Friedrich II., zur Freien Reichsstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation erhoben und mit Mauern, Gräben und Türmen befestigt. Nach der Reichsstadt-Ära riss man die Befestigungen ein und füllte die Gräben auf. An der Jos-Weiß-Straße in der Reutlinger Innenstadt findet sich heute aber noch ein runder Zwingerturm (Eisturm genannt, da er von 1877 bis 1906 als städtischer Eiskeller genutzt wurde) und ein Stück der Mauer. (Im 18. Jahrhundert hatte man hier Häuser an sie gebaut, die ebenfalls noch erhalten sind.)

Quelle: Deutsche Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Reutlingen

Geschichte der Belagerung Reutlingens durch die Truppen des Gegenkönigs Heinrich Raspe 1247

Geschichte des Reutlinger Sturmbocks / Rammbocks

 

Im 13. Jahrhundert war Reutlingen für das Kaiserreich ein wichtiger Stützpunkt gegen konkurrierende Adelshäuser. So hielten die Reutlinger den Staufern auch die Treue, nachdem Papst Innozenz IV. Friedrichs II. für abgesetzt erklärt hatte. Heinrich Raspe von Thüringen, zum Gegenkönig ernannt, belagerte darum – vergeblich – im Jahr 1247 Reutlingen. Der Überlieferung zufolge begannen die Reutlinger nach der überstandenen Gefahr aus Dankbarkeit, dass ihre Gebete erhört wurden, sofort mit dem Bau der Marienkirche. 1343 war sie fertiggestellt. Die Belagerer hatten einen Rammbock zurückgelassen, an dem für die Länge des Kirchenschiffs Maß genommen wurde. Die Kirche ist heute ein Wahrzeichen der Stadt und gilt als eines der schönsten und bedeutendsten Bauwerke der Gotik in Württemberg.

Quelle: Deutsche Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Reutlingen

 

Die Geschichte zur Entstehung der Reutlinger Marienkirche

 

Vergebliche Belagerung Reutlingens durch Anhänger des Gegenkönigs Heinrich Raspe. Als Dank für die glücklich überstandene Gefahr beginnen die Bürger mit dem Bau der Marienkirche, dem Wahrzeichen der Stadt, die 1343 vollendet wird. Bis zur Reformation ist die Marienkirche allerdings nur Filialkirche der außerhalb der Stadtmauern gelegenen Pfarrkirche St. Peter und Paul in den Weiden.

Die Schlacht bei Reutlingen 1377

Sieg über ein württembergisches Ritteraufgebot unter Graf Ulrich vor den Toren der Stadt. Der Städtekrieg, den Reutlingen als Mitglied des Schwäbischen Städtebundes mitträgt, endet allerdings 1388 in der Schlacht bei Döffingen mit der Niederlage des Bundes und seiner Auflösung. Reutlingen muss im Friedensschluss 1389 die württembergische Vorherrschaft anerkennen.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Heimatmuseums Reutlingen (Bild)

 

 

Die Schlacht bei Reutlingen

Ludwig Uhland

Zu Achalm auf dem Felsen, da haust manch kühner Aar, 
Graf Ulrich, Sohn des Greiners, mit seiner Ritterschar; 
Wild rauschen ihre Flügel um Reutlingen, die Stadt, 
Bald scheint sie zu erliegen, vom heißen Drange matt. 

Doch plötzlich einst erheben die Städter sich zu Nacht; 
In's Urachtal hinüber sind sie mit großer Macht, 
Bald steigt von Dorf und Mühle die Flamme blutig rot, 
Die Herden weggetrieben, die Hirten liegen tot. 

Herr Ulrich hat's vernommen, er ruft im grimmen Zorn: 
„In eure Stadt soll kommen kein Huf und auch kein Horn!" 
Da sputen sich die Ritter, sie wappnen sich in Stahl, 
Sie heischen ihre Rosse, sie reiten stracks zutal. 

Ein Kirchlein stehet drunten, Sankt Leonhard geweiht, 
Dabei ein grüner Anger, der scheint bequem zum Streit. 
Sie springen von den Pferden, die ziehen stolze Reihn, 
Die langen Spieße starren; wohlauf! wer wagt sich drein? 

Schon ziehn vom Urachtale die Städter fern herbei: 
Man hört der Männer Jauchzen, der Herden wild Geschrei, 
Man sieht sie fürder schreiten, ein wohlgerüstet Heer; 
Wie flattern stolz die Banner! wie blitzen Schwert und Speer! 

Nun schließ dich fest zusammen, du ritterliche Schar! 
Wohl hast du nicht geahnet so dräuende Gefahr. 
Die übermächt'gen Rotten, sie stürmen an mit Schwall, 
Die Ritter stehn und starren wie Fels und Mauerwall. 

Zu Reutlingen am Zwinger, da ist ein altes Tor, 
Längst wob mit dichten Ranken der Efeu sich davor, 
Man hat es schier vergessen, nun kracht's mit einmal auf, 
Und aus dem Zwinger stürzet gedrängt ein Bürgerhauf. 

Den Rittern in den Rücken fällt er mit grauser Wut, 
Heut will der Städter baden im heißen Ritterblut. 
Wie haben da die Gerber so meisterlich gegerbt! 
Wie haben da die Färber so purpurrot gefärbt! 

Heut nimmt man nicht gefangen, heut geht es auf den Tod, 
Heut spritzt das Blut wie Regen, der Anger blümt sich rot. 
Stets drängender umschlossen und wütender bestürmt, 
Ist rings von Bruderleichen die Ritterschar umtürmt. 

Das Fähnlein ist verloren; Herr Ulrich blutet stark, 
die noch am Leben blieben, sind müde bis ins Mark. 
Da haschen sie nach Rossen und schwingen sich darauf, 
Sie hauen durch, sie kommen zur festen Burg hinauf. 

„Ach Allm –!" stöhnt' einst ein Ritter; ihn traf des Mörders Stoß; 
„Allmächt'ger!" wollt er rufen, – man hieß davon das Schloß. 
Herr Ulrich sinkt vom Sattel halb tot, voll Blut und Qualm, 
Hätt' nicht das Schloß den Namen, man hieß' es jetzt Achalm

Wohl kommt am andern Morgen zu Reutlingen ans Tor 
Manch trauervoller Knappe, der seinen Herrn verlor. 
Dort auf dem Rathaus liegen die Toten all gereiht, 
Man fährt dahin die Knechte mit sicherem Geleit. 

Dort liegen mehr denn sechzig, so blutig und so bleich, 
Nicht jeder Knapp erkennet den toten Herrn sogleich. 
Dann wird ein jeder Leichnam von treuen Dieners Hand 
Gewaschen und gekleidet in weißes Grabgewand. 

Auf Bahren und auf Wagen getragen und geführt, 
Mit Eichenlaub bekränzet, wie's Helden wohl gebührt, 
So geht es nach dem Tore, die alte Stadt entlang, 
Dumpf tönet von den Türmen der Totenglocken Klang. 

Götz Weißenheim eröffnet den langen Leichenzug, 
Er war es, der im Streite des Grafen Banner trug, 
Er hatt es nicht gelassen, bis er erschlagen war, 
Drum mag er würdig führen auch die tote Schar. 

Drei edle Grafen folgen, bewährt in Schildesamt, 
Von Tübingen, von Zollern, von Schwarzenberg entstammt. 
O Zollern! deine Leiche umschwebt ein lichter Kranz: 
Sahst du vielleicht noch sterbend dein Haus im künft'gen Glanz? 

Von Sachsenheim zween Ritter, der Vater und der Sohn, 
Die liegen still beisammen in Lilien und in Mohn. 
Auf ihrer Stammburg wandelt von altersher ein Geist, 
Der längst mit Klaggebärden auf schweres Unheil weist. 

Einst war ein Heer von Lustnau vom Scheintod auferwacht, 
Er kehrt' im Leichentuche zu seiner Frau bei Nacht, 
Davon man sein Geschlechte die Toten hieß zum Scherz, 
Hier bringt man ihrer einen, den traf der Tod ins Herz. 

Das Lied, es folgt nicht weiter, des Jammers ist genug. 
Will jemand alle wissen, die man von dannen trug: 
Dort auf den Rathausfenstern, in Farben bunt und klar, 
Stellt jeden Ritters Name und Wappenschild sich dar. 

Als nun von seinen Wunden Graf Ulrich ausgeheilt, 
Da reitet er nach Stuttgart, er hat nicht sehr geeilt; 
Er trifft den alten Vater allein am Mittagsmahl: 
Ein frostiger Willkommen! kein Wort ertönt im Saal. 

Dem Vater gegenüber sitzt Ulrich an den Tisch, 
Er schlägt die Augen nieder, man bringt ihm Wein und Fisch; 
Da faßt der Greis das Messer, und spricht kein Wort dabei, 
Und schneidet zwischen beiden das Tafeltuch entzwei.